Berufsausbildung in Deutschland – eine Investition in die Zukunft

Die deutsche Berufsausbildung hat einen sehr guten Ruf. Sie wird entweder als duale oder als schulische Ausbildung absolviert. Rund 330 Ausbildungsberufe stehen zur Wahl in Handwerk, Industrie, Handel, im Dienstleistungsbereich und im Sozial- und Gesundheitswesen. Am besten lässt man sich zuerst einmal ausführlich beraten: Bei einem der ARRIVO BERLIN Projekte, den Kammern oder in den Berufsinformationszentren (BIZ) der Bundesagentur für Arbeit.

Unschlagbar ist natürlich praktische Erfahrung: Bei einem Betriebspraktikum merkt man sehr schnell, ob man den richtigen Beruf ausgewählt hat. Im Internet gibt es aber auch kostenlose Tests, mit denen man seine Stärken ermitteln kann, z.B.: KopfundHand, BERUFE Entdecker oder Berufe-Universum

Bei so vielen Ausbildungsberufen ist es nicht leicht den Überblick zu behalten. Hier helfen:
Ausbildungsberufe von A-Z
Info-Filme zu verschiedenen Ausbildungsberufen
Informationen des ZDH zur Ausbildung im Handwerk in 12 Sprachen

Weitere Informationen zur Berufsausbildung in Deutschland

Duale Berufsausbildung
Mehr als 50% aller Jugendlichen in Deutschland entscheiden sich für eine duale Berufsausbildung und legen damit einen Grundstein für ihre Karriere. Sie kombiniert die praktische Arbeit im Betrieb mit dem Erwerb von Theorie in der Berufsschule. Die duale Berufsausbildung dauert 2 bis 3,5 Jahre, die Dauer der Ausbildung schwankt je nach Beruf. Man schließt einen Vertrag mit dem Ausbildungsbetrieb, arbeitet dann praxisnah im Betrieb und lernt an einem oder zwei Tagen oder im Blockunterricht in der Berufsschule. Eine Vergütung gibt es ab dem ersten Tag, sie steigt mit jedem Ausbildungsjahr und kann mit weiteren Unterstützungsleistungen gekoppelt werden. Dual ausgebildete Fachkräfte werden gesucht und verdienen gut.

Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge: Erklärfilm zur dualen Berufsausbildung

Schulische Ausbildung
Die schulische Ausbildung wird an Berufsfachschulen, Berufskollegs oder Fachakademien durchgeführt. Schulisch ausgebildet werden zum Beispiel Soziale Berufe und Berufe im Gesundheitsbereich. Die Ausbildung dauert je nach Beruf zwischen einem und drei Jahren und umfasst auch verpflichtende Praxisphasen. Einige Ausbildungen können auch berufsbegleitend stattfinden. An manchen Schulen ist Schulgeld zu entrichten. Es gibt schulische Ausbildungen, in denen ein Ausbildungsgehalt gezahlt wird, zum Beispiel in der Altenpflege oder der Gesundheits- und Krankenpflege. Wenn keine Ausbildungsvergütung gezahlt wird, kann eine finanzielle Unterstützung beantragt werden, das sogenannte BAFöG.

Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Ausbildung

Nach der bestandenen Ausbildung gibt es noch viele Möglichkeiten der Weiterbildung. Diese bringen deutliche Vorteile mit sich und erhöhen die Chancen beruflich aufzusteigen. Dies ist in der Regel verbunden mit:
- einem höheren Gehalt: Mit der Meisterausbildung z.B. ist das Gehalt ähnlich oder teilweise sogar höher als in vielen akademischen Berufen
- mehr Verantwortung: Deine Qualifizierung ist höher als die vieler Kollegen und Du bildest z.B. weitere Auszubildende aus
- einer Spezialisierung im jeweiligen Beruf: Du wirst zum Experten in Deinem Beruf, was Dich für das Unternehmen noch wichtiger macht

Weiterbildung zum Meister:
Die Meisterausbildung ist die höchste Qualifikation, die ohne einen Hochschulabschluss erreicht werden kann. Voraussetzung hierfür ist eine abgeschlossene Berufsausbildung. Die Meisterausbildung dauert in der Regel zwischen 6 bis 12 Monaten (Vollzeit) bzw. bis zu 4 Jahren (berufsbegleitend). Mit bestandener Prüfung darf an einer Hochschule (Universität oder Fachhochschule) studiert werden. Viele Meister machen sich mit einem eigenen Betrieb selbstständig, in welchem sie selbst Auszubildende anleiten dürfen.

Weiterbildung zum staatlich-geprüften Techniker:
Die Qualifikation des staatlich–geprüften Technikers wird gleichgesetzt mit der Meisterausbildung. Sie ähnelt dieser inhaltlich, gilt jedoch als umfangreicher und theoretischer. Der Techniker wird anschließend meist im Management eingesetzt. Die Weiterbildung dauert in der Regel zwei (Vollzeit) bis vier (berufsbegleitend) Jahre.

Weiterbildung zum Fachwirt / Betriebswirt:
Was im gewerblich-technischen und handwerklichen Bereich die Ausbildung zum Meister bzw. zum staatlich-geprüften Techniker ist, ist im kaufmännischen Bereich die Weiterbildung zum Fachwirt oder Betriebswirt. Die Weiterbildung zum Fachwirt und Betriebswirt ist sehr ähnlich und unterscheidet sich „nur“ in Kleinigkeiten. So wird die Weiterbildung zum Fachwirt in einem speziellen Bereich (z.B. Steuerfachwirt) absolviert, während der Betriebswirt universeller aufgestellt ist. Die Dauer der Weiterbildung beträgt in der Regel 1-2 Jahre (berufsbegleitend). Vollzeit kann sie auch in wenigen Wochen abgeschlossen werden.

Studium als Weiterbildung:
Im September 2018 führt Berlin das Berufsabitur ein. In den Ausbildungsberufen zum Anlagenmechaniker SHK und Hotelfachmann kann in vier Jahren neben dem Gesellenbrief auch das Abitur erreicht werden, welches zur Aufnahme eines Studiums berechtigt.